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 Malerische Künste

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hei43
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Alter: 66
Anmeldungsdatum: 29.10.2005
Beiträge: 875
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BeitragVerfasst am: Sa Jul 17, 2010 2:24 pm    Malerische Künste Antworten mit ZitatNach oben

Malerische Künste

Des Künstlers Herz
kennt keine Grenzen,
hat im Denken seinen Plan,
führt den Pinsel,
taucht in Farben,
mischt Nuancen für das Feine
wunderlich mal hier, mal dort,
graut zu zarten Schattenbildern,
hebt das Grelle in die Höh',
pinselt Tiefe für die Augen,

im Bemühen, dass es werde,
so wie er es sich erdacht.

Unten rechts
in erdigem Grunde,
formt sich dann die Signatur
und das Jahr des Künstlers Mühe,
um Betrachtern still zu zeigen,
wessen Hand das Werk vollbracht.

© Heidrun Gemähling

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Rainer B.
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 716
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BeitragVerfasst am: So Jul 18, 2010 11:35 am    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Heidrun,
interessante Sicht auf die Arbeits- und Denkweise eines Malers! Die ersten zwei Zeilen gefallen mir besonders gut, dafür die dritte Zeile eher nicht. Schade nur, dass sich keiner der bildenden Künstler dazu äußern will.

Was wir Schreiberlinge vielleicht denken, hat Stefan George auf geniale und unnachahmliche Weise in Worte gefasst, und ich erlaube mir mal, diese – obwohl es eher in die Rubrik „Lyrik, die mir wichtig ist“ gehört – hier zu zitieren:


                              Im park

      Rubinen perlen schmücken die fontänen ·
      Zu boden streut sie fürstlich jeder strahl ·
      In eines teppichs seidengrünen strähnen

      Verbirgt sich ihre unbegrenzte zahl.
      Der dichter dem die vögel angstlos nahen
      Träumt einsam in dem weiten schattensaal …

      Die jenen wonnetag erwachen sahen
      Empfinden heiss von weichem klag berauscht ·
      Es schmachtet leib und leib sich zu umfahen.
     
      Der dichter auch der töne lockung lauscht.
      Doch heut darf ihre weisung nicht ihn rühren
      Weil er mit seinen geistern rede tauscht:

      Er hat den griffel der sich sträubt zu führen.


    Stefan George (1868 – 1933)



Das ist doch auch wie ein plastisch beschriebenes Bild – oder? Du müsstest es dir nur noch in einer schönen Jugendstilschrift vorstellen.

Viele Grüße
Rainer

_________________
„Alles Wissen ist Auswahlwissen. Alle Erkenntnis ist vorläufig.“
Hans Henny Jahnn

www.lieder-defensive.de

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hei43
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BeitragVerfasst am: So Jul 18, 2010 4:52 pm    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Rainer,

ich hoffe nur, dass Dir nach der dritten Zeile das andere bis zur Signatur auch noch gefällt?

"Im Park" ist so so brillant geschrieben, da kann ich mich auf einer Bank vor einer Fontäne sitzen sehen. So möchte ich auch gerne dichten können und solch ausgeprägte Beobachtungsgabe entwickeln, um das Gesehene dann in lyrische Perlen zu fassen. Bei dem Gedicht gefallen mir besonders die ersten vier Zeilen,

danke und noch einen schönen Sonntag,
Heidrun

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Rainer B.
Moderator
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Beiträge: 716
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BeitragVerfasst am: Sa Jul 24, 2010 3:49 pm    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Doch, Heidrun,
nach der bewussten dritten Zeile gefällt es mir wieder. Die Sache mit dem „Plan“ scheint mir nur etwas unglücklich formuliert.

Ich meine, ich male zwar nicht, aber wenn ich ein Gedicht schreibe oder ein Lied, habe ich höchstens eine Vision davon, einen noch nebelhaften Gedanken, aber keinen detaillierten Plan. Der entwickelt sich sozusagen im Schaffensprozess. Aber mag sein, wenn jemand etwas ABMALT (Natur, Menschen, Stillleben usw.), dass er da schon genau weiß, was er malen wird.

Schön finde ich dagegen auch, wie du danach die Arbeitsweise des Malers verdeutlichst.


Viele Grüße und schönes Wochenende,
Rainer

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hei43
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Alter: 66
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BeitragVerfasst am: Mo Jul 26, 2010 2:55 pm    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Rainer,

Bin schon froh, dass Dir der Rest gefällt und auch beide erwähnte Anmerkungen können richtig sein, denn wer abmalt hat einen Plan und kann auch verändern. Jeder hat sicherlich seinen ganz speziellen Werdegang für seine Bilder, die sich einfach auch erst beim Malen entwickeln.
Bei Gedichten ist es doch auch so, man hat einen Hauptgedanken und versucht andere Gedanken anzuhängen, die dann auch ein Bild der Gedanken bilden.

Danke
LG Heidrun

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